Faktencheck NaturErleben Klövensteen 

 In der Presse und in Flugblättern werden teilweise falsche Informationen zu NaturErleben Klövensteen verbreitet. 
Hier finden Sie die Richtigstellung im Faktencheck. 

Abschaffung der Waldschule: Die mehrfach prämierte und beliebte Einrichtung soll durch Freiwillige rudimentär ersetzt werden.
aus: Rückseite Unterschriftenliste Bürgerverein Rissen

Im Gegenteil: NaturErleben Klövensteen möchte die Natur- und Umweltbildung ausbauen. Das Bildungsangebot für Schulklassen soll in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Schulbiologie und Umwelterziehung (ZSU) der Hamburger Schulbehörde erweitert werden. Die Naturschutzverbände werden Mitmachangebote und Führungen im Wildgehege und im Klövensteen anbieten, die Plattform des Regionalparks soll dafür genutzt werden. 

 

Darüber hinaus wünschen wir uns eine bessere Ausschilderung, interaktive Wissensstationen, eine Ausstellung zu „Pflanzen und Tieren des Klövensteen“ und die Ausleihe von Forscherkoffern zum selbständigen Erforschen und Beobachten. 
 

Die naturpädagogischen Angebote sind für alle, Jung und Alt, kostenlos.

 "Von jetzt 14 Tierarten sollen nur noch vier übrig bleiben. 

aus: Rückseite Unterschriftenliste Bürgerverein Rissen

Im Moment sind im Wildgehege 7 Tierarten zu sehen: Damhirsche, Sikawild, Mufflons, Reh, Wildschweine, Rotwild und Frettchen. Die übrigen Tiere werden nicht gezeigt, sie leben auf dem Betriebshof.

Wenn alle Tiere zur Schau gestellt werden sollen, was Bürgerverein und Förderverein fordern, dann müssen neue Volieren für Uhus, Bussarde, Waldkäuze, Nerze, Frettchen und Gehege für Waschbären, Hühner und Gänse gebaut werden. Dies erfordert hohe Investitionen in die Infrastruktur und den laufenden Betrieb.

NaturErleben Klövensteen will die Tierarten, die sich gut in großen Freigehegen halten lassen, behalten: Damhirsche, Mufflons, Reh, Wildschweine, Rotwild. Auch die Waschbären möchten wir gern zeigen. Das geht evtl. mit einer Genehmigung der Aufsichtsbehörde.

Mit 5 Arten Schalenwild ist das Gehege nach § 43 BNatSchG als Wildgehehe genehmigungsfähig und muss nicht die hohen Anforderungen aus einer Zoogenehmigung erfüllen.

" … die Definition des Begriffs „Zoo“ ist nicht zentrales Thema des Streites, da der Bundesgesetzgeber dafür klare Regeln vorgegeben hat und für das Wildgehege seit 1972 eine Genehmigung als Zoo vorliegt.“ 

aus: Rissener Rundschau v. 7.5.2022, Seite 8

Das Wildgehege wurde 1972 mit 40 Tieren eröffnet, gezeigt wurden Rot- und Damwild sowie Wildschweine.

Erst 2001 wurde es entsprechend der EU-Zoorichtlinie als „Zoo“ klassifiziert. Mit der Zoorichtlinie müssen erhöhte Anforderungen an den Tier- und Artenschutz und die Bildungsarbeit erfüllt werden. Schon damals konnten diese gesetzlichen Vorgaben wegen fehlender Haushaltsmittel nicht realisiert werden.  Weitere Informationen unter: https://www.hamburg.de/altona/geschichte-wildgehege

 „Weniger Möglichkeiten für die Beobachtung der Tiere: Wenn die Gehege abgeschafft werden, sind die (wenigen) Tiere in den umzäunten Gebieten kaum noch sichtbar.“ aus: Rückseite Unterschriftenliste Bürgerverein Rissen 

NaturErleben Klövensteen möchte die weitläufigen, naturnahen Gehege aufwerten und mehr und bessere Schaumöglichkeiten schaffen. 

Es sollen bspw. Ferngläser und Hörrohre aufgestellt werden, Beobachtungsplattformen wie in der NABU Vogelstation in Wedel mit Gucklöchern in unterschiedlichen Höhen installiert und Stege mit Gucklinsen geschaffen werden. Die Futterplätze sollen so gelegt werden, dass die Tiere gut beobachtet werden können, sie aber auch ausreichend Rückzugsräume bekommen. 

Die zahlreichen Biotope wie Teiche, Hecken, Waldareale sollen naturnah gepflegt und ebenfalls aufgewertet werden, so dass man auch dort Tiere beobachten kann: Von Amphibien, Vögeln, Eichhörnchen bis zu Insekten oder Ameisen. Gerade in der faszinierenden Welt der kleinen Tiere gibt es viel zu entdecken.

NaturErleben Klövensteen möchte den respektvollen Umgang mit Tieren und der Natur vermitteln. Es ist nicht mehr zeitgemäß, Tiere in kleinen Käfigen zu präsentieren. Insbesondere Vögel gehören nicht in Käfige, sie können sehr gut in der freien Natur beobachtet werden. 

 

Keine Vorfestlegungen auf ein unzulängliches Konzept – NaturErleben Klövensteen liefert keine tragfähigen und zukunftsweisenden Lösungen. Das Verhalten einiger Vertreter:innen des Bezirksamts Altona und Vertreter:innen einiger politischer Parteien lässt erkennen, dass sie die „billige Lösung“ der Anwohner- und Lobbyinitiative NaturErleben Klövensteen favorisieren, …“ aus: Leserbrief Jens Sturzenbecher, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Klövensteen, Der Rissener vom 24.3.2022 


NaturErleben Klövensteen basiert auf modernen naturpädagogischen und umweltdidaktischen Erkenntnissen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist aktueller denn je und wird in Hamburg mit zahlreichen Aktivitäten des BNE Masterplans 2030 realisiert. Die handlungsorientierte Vermittlung naturkundlichen Wissens und die Ausweitung der Angebote mit mehr Naturbeobachtungen, Naturerleben und Naturerfahrungen sind wegweisend und zukunftsorientiert.

Die Haltung von Wildtieren in Zoos hat sich in den vergangenen 20 Jahren gewandelt. Tiere mit hohen Ansprüchen an ihre Haltungsbedingungen werden nicht mehr überall gehalten, bei den übrigen versucht man Lebensraumgemeinschaften in großzügigen Gehegen nachzubilden. NaturErleben Klövensteen will eine kleine Tierhaltung in den großen, weitläufigen Gehegen behalten, aber auf Käfighaltung verzichten. 

Klövensteensollleben, NABU Gruppe West und die BI „Rettet die Brünschwiesen“ haben NaturErleben Klövensteen entwickelt, wir werden von vielen namhaften Naturschutzverbänden und Tierschutzorganisationen unterstützt. 

In Zeiten knapper öffentlicher Kassen müssen auch die Kosten auf den Prüfstand. Mehr Geld für eine Einrichtung zu fordern, die schon in den vergangenen Jahren nicht finanziert werden konnte, kann nicht der richtige Ansatz sein.

NaturErleben Klövensteen ist die „bessere“ Lösung, weil unser Konzept naturpädagogisch auf der Höhe der Zeit und wirtschaftlich tragfähig ist.


Bei unserer Initiative engagieren sich neben vielen anderen auch Anwohner. Wir sind aber keinesfalls Lobbyisten mit wirtschaftlichem Interesse, die Vereine und Clubs im Rücken haben. Sondern Lobbyisten für Tierwohl und Naturbewahrung!

 

 

„So ist bereits die Vorstellung, das Wildgehege allein mit 2 Tierpflegerstellen zu betreiben zweifelhaft, weil sich aus den einschlägigen Regeln des § 2a Absatz 1 TierSchG i.V.m. den Richtlinien des Landwirtschaftsministeriums zu den Mindesthaltungsvorgaben für Wildtiere, die wiederum auf die Unfallverhütungsvorschriften BGR/GUV-R 116 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung der Fassung aus dem Januar 2012 verweisen, ergibt, dass stets zwei Tierpfleger für 7 Tage die Woche jeweils 24 Stunden verfügbare sein müssen.“ aus: rettetdaswildgehegeimkloevensteen.de 



 Demnach wäre der Personalbedarf für ein zukünftiges Wildgehege: 2 Tierpfleger x 24 Stunden x 7 Tage = 336 Std. in der Woche. Bei einer 38,5 Stundenwoche wären es rechnerisch 10 Tierpflegerstellen und damit eine Verdoppelung der jetzigen Tierpfleger (4 Tierpfleger + 1 Leitung). Dabei betreut heute ein Tierpfleger im Wildgehege Klövensteen im Vergleich zu anderen Einrichtungen schon viel weniger Tiere.

 

Außerdem gehört Schalenwild, das sind alle Tiere in den weitläufigen Freigehegen, zu den Tierarten mit weniger hohen Anforderungen an Betreuung und Pflege (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren, Seite 19 und 245).

 

Mehr Tierpfleger braucht man nur, wenn man die Anzahl der Tiere erhöhen will oder Tiere halten möchte, die einen hohen Betreuungsaufwand benötigen.